Der Verband der Theaterautor:innen dient der Förderung des Theatertexts und seiner Autor:innen.

Ziel und Bestreben des Verbandes ist es, die beruflichen Interessen der Theaterautorinnen und Theaterautoren zu vertreten, als auch ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von Theatertexten in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit und innerhalb des Theaterbetriebs zu schaffen. Angesichts eines sich stets weiterentwickelnden Autor:innenbegriffs vertritt der Verband sämtliche klassischen und neueren Formen von Theatertexten. Er setzt sich für diese Vielfalt und insbesondere für die Sichtbarkeit der dramatischen Kunst ein. Der Verband hat seinen Sitz in Berlin.

 

OFFENER BRIEF »KUNST KENNT KEINE ALTERSGRENZE!«

(alle offenen Briefe finden sie hier)

Die Förderpolitik und die Aufführungspraxis der Theaterhäuser für zeitgenössische Dramatik begünstigt fast ausschließlich den jungen Nachwuchs. Mit der Folge, dass Theaterautor:innen mit Erreichen des 35. Lebensjahres sukzessive verdrängt werden.
Eine solch rigoros durchgereichte Altersbegrenzung schafft künstliche Abbrüche im künstlerischen Werdegang der einzelnen Künstler:innen.
Sie diskriminiert außerdem Künstler:innen, deren Lebenslauf nicht dem klassisch linearen Weg entsprach oder entsprechen konnte, deren Erfahrungen aber zur Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzung gehören. Sie beschneidet damit auch ein Kontinuum der künstlerischen Arbeit in der gesamtgesellschaftlichen Debatte.
Ein Theater beschränkt sich selbst in seinem Anspruch, die Vielfalt gesellschaftlicher Realitäten zu vereinen, wenn es die Lebensrealitäten verschiedener Altersgruppen ausgrenzt.
 
Wir fordern alle kulturellen und literarischen Förderinstitutionen sowie die Theaterhäuser auf, in ihren Aussendungen und Programmen für mehr Diversität mit Blick auf die Altersgruppen zu sorgen, und gegen die grassierende, oftmals unbemerkt durchgereichte Altersdiskriminierung vorzugehen.
 
MIND THE GAP!
ist eine Initiative, die den künstlichen Einschnitten im Leben und Werk aufgrund von Altersbegrenzungen in der Förderpolitik und im Theater entgegentritt.
Wir setzen uns ein für die Stärkung des transgenerationalen Austauschs mit dem Ziel, ein Kontinuum wichtiger künstlerischer Prozesse und Positionen aufrechtzuerhalten, um auf diese Weise auch die Relevanz von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Theater zu stärken.
 

 

STATEMENT DES VERBANDS DER THEATERAUTOR:INNEN ZUM ENDE DES STÜCKEMARKTS AUF DEM BERLINER THEATERTREFFEN

In der Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Ausrichtung des Hauses der Berliner Festspiele und des Theatertreffens ab 2023 (vom 5.10.22) wurde bekannt, dass der Stückemarkt des Theatertreffens in der bisherigen Form nicht fortgeführt wird. In der Folge hat der VTheA den Kontakt zu dem Leitungsteam des Theatertreffens gesucht. Während des konstruktiven Dialogs erläuterte das Leitungsteam, dass es auch weiterhin im Rahmen des Theatertreffens eine Plattform für dramatische Kunst und gegenwärtige Formen des Theatertextes geben soll – unter neuen Vorzeichen.

Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass der Stückemarkt des tt seit etwa 10 Jahren konzeptionell überfrachtet wurde. Zugleich ist in der Folge die Bedeutung des Stückemarkts als zentraler Branchentreff und als Austauschplattform deutlich gesunken. Zudem erscheint uns ein Wettbewerb, bei dem ungleiche Textformen mit völlig verschiedenen Grundvoraussetzungen gegeneinander ins Rennen geschickt werden (Drama vs. Performance), unglücklich und unzeitgemäß. Insofern können wir den nun erfolgten klaren Schnitt samt anschließender Neuaufstellung im Rahmen der angekündigten „Treffen“-Formate nachvollziehen.

Insgesamt begrüßen wir die in Aussicht gestellte breite Auseinandersetzung mit der dramatischen Kunst und gegenwärtigen Formen des Theatertextes.

VTheA erhofft sich dabei folgendes:
- Das neu zu findende Format sollte weiterhin Theatertexte in den Mittelpunkt stellen und eine Auswahl an 6-10 ästhetisch und politisch spannende Positionen zeigen, beispielsweise in szenischen Lesungen – um Zugänge zum Markt zu ermöglichen und zu reflektieren, welche Bedeutung das Schreiben von Theatertexten gegenwärtig in all seiner Vielfalt für das Theater hat und haben kann.
- Wichtige, die dramatische Kunst und den gegenwärtigen Theatertext betreffende Fragestellungen sollten im Rahmen einer Plattform umfassend diskutiert werden. Die Anliegen von Theaterautor:innen sollten zentral eingebunden werden. Dazu gehören die Thematisierung von ästhetischen und politischen Aspekten, Formen des Arbeitens, zweifelhafte Marktmechanismen, Fragen der Repräsentanz und der angemessenen Bezahlung von Autor:innen.
- Insgesamt erhoffen wir uns eine gut sichtbare Plattform für Dialog, ein „Treffen“ auf Augenhöhe, um die Auseinandersetzung zur dramatischen Kunst zu intensivieren.

Über diese Ideen stehen wir mit der Leitung des Theatertreffens weiterhin im Dialog.

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